Hilfe ist nötig. Und möglich.

Es gibt zahlreiche Hilfsangebote für Frauen, die häusliche Gewalt erleiden: von Frauenhäusern über Notrufe bis hin zu verschiedenen Beratungsstellen. Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass viele Betroffene zu wenig von diesen Hilfsangeboten wissen, ein ganzes Drittel überhaupt keine Kenntnis davon hat und sich infolgedessen völlig ausgeliefert fühlt.

Doch selbst wenn Hilfsangebote bekannt sind, gibt es verschiedene Gründe, weshalb betroffene Frauen sie nicht in Anspruch nehmen: sie bagatellisieren die Gewalthandlungen und sind der Meinung, sie seien „nicht der Rede wert“. Auch Scham ist ein ganz wesentlicher Faktor, ebenso wie Angst vor der Rache des Täters.

Grundsätzlich zeigt sich, dass das kulturelle und soziale Umfeld eine erhebliche Rolle spielt, ob Hilfsangebote bekannt sind und auch genutzt werden. Zum Beispiel wenden sich Migrantinnen, die stark vom traditionellen Rollenverhalten beeinflusst sind, erst bei sehr schwerer körperlicher oder sexueller Gewalt an Hilfseinrichtungen.

Wichtig ist es, die Hemmschwellen gegenüber den bestehenden Angeboten abzubauen. Denn selbst wenn betroffene Frauen theoretisch schon von Frauenhäusern gehört haben, besitzen sie oft eine falsche Vorstellung von diesen Einrichtungen oder es ist ihnen nicht bewusst, dass auch sie selbst dort Hilfe finden können.